Vorinstallierte Malware auf Android-Smartphones entdeckt
Sicherheitsexperten von Bitdefender haben eine neue Angriffswelle entdeckt, die als Midnight Mimosa bezeichnet wird. Diese betrifft preiswerte Android-Smartphones, die mit vorinstallierter Malware ausgeliefert werden. Die Malware ist direkt in die Firmware der Geräte integriert, was bedeutet, dass Käufer ein neues Smartphone erhalten, auf dem bereits Schadsoftware installiert ist. Die Malware hat Systemrechte und ermöglicht es Angreifern, unbemerkt Apps zu installieren, Werbebetrug zu begehen und die Geräte in private Proxys zu verwandeln. Bitdefender identifizierte etwa 32 Anwendungen, die über das Malware-Framework verbreitet wurden.
Diese Anwendungen tarnten sich als nützliche Tools wie Wetter-Apps, Dateimanager und Audio-Editoren. Ein zentrales Problem ist, dass die Angreifer aus der Ferne heruntergeladenen Code ohne Benutzereingriff ausführen können. Die Sicherheitsforscher vermuten, dass die Malware an irgendeiner Stelle in der Lieferkette der Geräte eingeschleust wurde. Bislang ist unklar, wer hinter dem Angriff steckt und an welcher Stelle der Schadcode in die Firmware gelangte. Die Forscher fanden Firmware, die mit Zertifikaten signiert war, die dem chinesischen Gerätehersteller Shenzhen Zediel zugeordnet sind.
Bitdefender betont jedoch, dass diese technische Zuordnung keinen Beweis dafür darstellt, dass Shenzhen Zediel die Malware verfasst oder verbreitet hat oder davon Kenntnis hatte. Die Malware betrifft insbesondere kostengünstige Android-Geräte mit MediaTek-Chipsätzen. Laut Berichten von Bleepingcomputer sind unter den betroffenen Modellen auch Geräte mit Modellbezeichnungen, die mit seriösen Herstellern in Verbindung stehen, wie das Doogee S200 X und das Cubot KINGKONG X. Betroffene Nutzer von Cubot- und Doogee-Smartphones berichten von verdächtigen Anwendungen, die sich nach der Deinstallation immer wieder selbst neu installieren. Ein Besitzer eines Doogee Fire 3 Max berichtete, dass ein offizielles Firmware-Update das Gerät mit der Malware infiziert habe.
Nach der Wiederherstellung einer älteren Firmware-Version sei die Malware verschwunden, jedoch bei erneuter Installation des Updates wieder aufgetaucht. Einige Nutzer gaben an, dass die Hersteller Firmware-Updates veröffentlicht hätten, die das Problem behoben hätten. Allerdings haben die Hersteller nicht öffentlich erklärt, wie die Schadsoftware in die betroffene Firmware gelangt ist. Dies lässt viele Fragen offen, insbesondere hinsichtlich der Sicherheit der Geräte und der Verantwortung der Hersteller. Die Kampagne hat über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren Tausende Geräte in mehr als 150 Ländern betroffen, wobei die meisten Opfer in Mexiko, Frankreich, Italien, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Brasilien und Spanien verzeichnet wurden.
Die Entdeckung dieser Malware wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Android-Geräten auf, insbesondere bei preiswerten Modellen. Die Sicherheitslage bleibt angespannt, da die Forscher weiterhin nach Lösungen suchen, um die Malware zu entfernen und die betroffenen Geräte zu sichern. Die genaue Anzahl der betroffenen Geräte in Deutschland ist derzeit nicht bekannt, jedoch ist die Bedrohung durch vorinstallierte Malware ein wachsendes Problem in der Branche. Die Sicherheitsforscher von Bitdefender haben die Situation als alarmierend eingestuft und raten Nutzern, besonders vorsichtig zu sein. Nutzer sollten regelmäßig ihre installierten Anwendungen überprüfen und Firmware-Updates von vertrauenswürdigen Quellen beziehen.
Malware ist ein Beispiel für die zunehmenden Herausforderungen, die mit der Sicherheit von Mobilgeräten verbunden sind. Die Entdeckung dieser Bedrohung könnte weitreichende Auswirkungen auf die Hersteller und die Verbraucher haben, die auf die Sicherheit ihrer Geräte angewiesen sind. Bitdefender hat die betroffenen Modelle und die damit verbundene Malware in einer detaillierten Analyse dokumentiert. Die Forscher arbeiten daran, weitere Informationen über die Angreifer und die Methoden zur Verbreitung der Malware zu sammeln.
Die Sicherheitslage wird weiterhin beobachtet, und die Forscher planen, ihre Erkenntnisse in den kommenden Wochen zu veröffentlichen, um die Öffentlichkeit über die Risiken aufzuklären. Die Malware-Kampagne hat bereits Tausende von Geräten betroffen, und die Sicherheitsforscher warnen vor den potenziellen Gefahren, die von solchen vorinstallierten Anwendungen ausgehen können. Die Entdeckung der Malware und die damit verbundenen Risiken verdeutlichen die Notwendigkeit für Verbraucher, sich über die Sicherheitspraktiken der Hersteller zu informieren und wachsam zu bleiben. Die Forscher von Bitdefender haben die Malware in Firmware-Versionen identifiziert, die in den letzten zwei Jahren auf dem Markt waren.
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