Vorinstallierte Malware auf Android-Smartphones entdeckt
Sicherheitsexperten von Bitdefender haben eine neue Angriffswelle entdeckt, die als Midnight Mimosa bezeichnet wird. Diese betrifft preiswerte Android-Smartphones, die mit vorinstallierter Malware ausgeliefert werden. Die Malware ist direkt in die Firmware der Geräte integriert, was bedeutet, dass Käufer ein neues Smartphone erhalten, auf dem bereits Schadsoftware installiert ist. Die Malware hat Systemrechte und ermöglicht es Angreifern, unbemerkt Apps zu installieren, Werbebetrug zu begehen und die Geräte in private Proxys zu verwandeln. Bitdefender identifizierte etwa 32 Anwendungen, die über das Malware-Framework verbreitet wurden.
Diese Anwendungen sind als alltägliche Tools getarnt, darunter Wetter-Apps, Dateimanager und Audio-Editoren. Die Forscher vermuten, dass die Malware an irgendeiner Stelle in der Lieferkette der Geräte eingeschleust wurde. Bislang ist unklar, wer hinter dem Angriff steckt und wie genau der Schadcode in die Firmware gelangte. Die Sicherheitsforscher fanden jedoch Firmware, die mit Zertifikaten signiert war, die dem chinesischen Gerätehersteller Shenzhen Zediel zugeordnet sind. Bitdefender stellt klar, dass diese Zuordnung nicht beweist, dass Shenzhen Zediel die Malware verfasst oder verbreitet hat.
Die Malware betrifft insbesondere kostengünstige Android-Geräte, die mit MediaTek-Chipsätzen ausgestattet sind. Laut Berichten von Bleepingcomputer sind auch Geräte betroffen, die sich als Produkte von renommierten Herstellern wie Samsung und Apple ausgeben. Die Kampagne hat über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren Tausende von Geräten in mehr als 150 Ländern betroffen. Die meisten Opfer wurden in Ländern wie Mexiko, Frankreich, Italien, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Brasilien und Spanien verzeichnet. In Deutschland sind insbesondere Nutzer von Smartphones der Marken Doogee und Cubot betroffen.
Besitzer von betroffenen Geräten berichten von verdächtigen Anwendungen, die sich nach der Deinstallation immer wieder selbst neu installieren. Ein Nutzer eines Doogee Fire 3 Max berichtete, dass ein offizielles Firmware-Update das Gerät mit der Malware infiziert habe. Nach der Wiederherstellung einer älteren Firmware-Version sei die Malware verschwunden, jedoch bei erneuter Installation des Updates wieder aufgetaucht. Einige Hersteller haben Firmware-Updates veröffentlicht, die das Problem beheben sollen. Allerdings haben sie nicht öffentlich erklärt, wie die Malware in die betroffene Firmware gelangte.
Die Unsicherheit über die Herkunft der Malware und die Art der Einschleusung bleibt bestehen. Für betroffene Nutzer gestaltet sich die Entfernung der Malware als schwierig. Die vorinstallierte Schadsoftware hat tiefere Systemrechte, was eine vollständige Deinstallation erschwert. Sicherheitsforscher raten dazu, die Geräte auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen und alle Anwendungen manuell zu überprüfen. Die Entdeckung dieser Malware-Kampagne wirft Fragen zur Sicherheit von Android-Geräten auf, insbesondere bei kostengünstigen Modellen.
Sicherheitslage könnte sich weiter verschärfen, wenn keine klaren Maßnahmen zur Bekämpfung solcher Angriffe ergriffen werden. Die Forscher von Bitdefender haben die betroffenen Modelle und die Malware-Varianten dokumentiert, um die Nutzer zu warnen. Die Sicherheitslücke betrifft Geräte, die in den letzten zwei Jahren verkauft wurden. Die genaue Anzahl der betroffenen Geräte ist noch unklar, jedoch wird von Tausenden von infizierten Smartphones ausgegangen. Die Malware ist ein Beispiel für die wachsenden Bedrohungen im Bereich der mobilen Sicherheit.
Bitdefender hat die betroffenen Modelle und die Malware-Varianten dokumentiert, um die Nutzer zu warnen. Die Sicherheitslage könnte sich weiter verschärfen, wenn keine klaren Maßnahmen zur Bekämpfung solcher Angriffe ergriffen werden. Die Forscher empfehlen, regelmäßig Firmware-Updates zu installieren und Sicherheitssoftware zu verwenden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Die Malware-Kampagne wurde in einer umfassenden Analyse von Bitdefender am 24. Oktober 2026 veröffentlicht.
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