US-Energieminister kritisiert Europas Klimafokus
US-Energieminister Chris Wright hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag die europäische Klimapolitik scharf kritisiert. Er bezeichnete den starken Fokus auf die Bekämpfung des Klimawandels als schädlich für die wirtschaftlichen Chancen in Europa. Laut Wright habe ein "Klima-Kult" die Energiepreise in Europa in die Höhe getrieben, während die Produktion auf dem Kontinent zurückgegangen sei.
Wright argumentierte, dass die Konzentration auf Klimaziele die wirtschaftlichen Möglichkeiten für Europäer verringert habe. Er forderte eine nüchterne Betrachtung des Themas Energie und betonte, dass Energie das Leben der Menschen verbessere. "Wir müssen beim Thema Energie einfach ernsthaft und nüchtern sein", sagte er.
Der US-Energieminister wies zudem die Sorgen um steigende CO2-Emissionen zurück. Diese seien seiner Meinung nach lediglich "ein Nebeneffekt der modernen Welt" und führten dazu, dass die Welt "ein bisschen wärmer, ein bisschen grüner und ein bisschen nasser" sei. Wrights Äußerungen stehen im Kontrast zu den Bemühungen vieler europäischer Länder, ihre Emissionen drastisch zu reduzieren.
In Bezug auf die diplomatischen Spannungen zwischen Europa und den USA, insbesondere während der jüngsten Krise um die US-Besitzansprüche auf Grönland, versicherte Wright, dass Europa sich keine Sorgen machen müsse. Washington bleibe ein "starker Verbündeter". Er erklärte, dass die aggressive Politik von US-Präsident Donald Trump ein Versuch sei, Europa zu einer stärkeren Armee und einem robusteren Energiesystem zu verhelfen.
Wright erinnerte daran, dass Trump den Klimaschutz wiederholt als "den größten Betrug" bezeichnet hat. Er kritisierte die Vorgängeradministrationen von Barack Obama und Joe Biden, die die USA seiner Meinung nach mit Klimaschutzvorgaben "ausgeraubt" hätten. Stattdessen setze die Trump-Administration auf die Förderung fossiler Brennstoffe wie Öl und Gas.
Trump hatte im Jahr 2025 den erneuten Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt, das darauf abzielt, den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatten die USA dem Abkommen den Rücken gekehrt.
Die Äußerungen von Wright werfen Fragen über die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa im Bereich der Energiepolitik auf. Während Europa weiterhin auf erneuerbare Energien setzt, verfolgt die US-Regierung eine andere Strategie, die auf fossilen Brennstoffen basiert. Diese Divergenz könnte die transatlantischen Beziehungen in den kommenden Jahren belasten.
Wright schloss sein Interview mit der Feststellung, dass die USA und Europa trotz unterschiedlicher Ansichten über Klimapolitik weiterhin enge wirtschaftliche Beziehungen pflegen sollten. "Wir müssen zusammenarbeiten, um eine starke und florierende Wirtschaft zu schaffen", sagte er.
Die Diskussion über die Klimapolitik und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten ein zentrales Thema auf internationalen Gipfeln sein. Die nächste große Konferenz zur Klimapolitik, die COP28, findet im November 2026 in Dubai statt.
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