Angriffe auf Journalisten in Deutschland 2025
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat in ihrem aktuellen Bericht "Nahaufnahme" zur Lage der Pressefreiheit in Deutschland alarmierende Zahlen veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 55 Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen dokumentiert und verifiziert. Diese Zahl stellt einen Rückgang im Vergleich zu 89 Angriffen im Jahr 2024 dar.
Die RSF hebt hervor, dass die Angriffe auf Journalisten in Deutschland häufig aus einem zunehmend polarisierten gesellschaftlichen Klima resultieren. Insbesondere auf Demonstrationen sowie bei Recherchen und Filmaufnahmen in rechtsextremen Milieus sind Journalisten verstärkt Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Die Organisation fordert daher eine verstärkte Sensibilisierung für die Gefahren, denen Medienschaffende ausgesetzt sind.
Ein weiterer Aspekt des Berichts bezieht sich auf die Rolle der Polizei bei der Sicherung von Demonstrationen. RSF berichtet von einer hitzigen Diskussion über die Situation der Pressefreiheit auf Palästina-solidarischen Demonstrationen. Hierbei wurden auch Vorfälle dokumentiert, bei denen Journalisten von Sicherheitskräften behindert oder angegriffen wurden.
Die RSF kritisiert zudem die zunehmende Diffamierung von Journalisten, die sich mit dem Gazakrieg und den damit verbundenen Themen auseinandersetzen. In der Debatte über Antisemitismus und legitime Kritik an der israelischen Regierung seien einzelne Journalisten persönlich angegriffen und Online-Hetzkampagnen ausgesetzt worden. Diese Entwicklungen tragen zur weiteren Spaltung der Medienlandschaft bei.
Die Organisation fordert von der Politik und der Gesellschaft ein stärkeres Engagement für den Schutz der Pressefreiheit. RSF betont, dass die Sicherheit von Journalisten nicht nur eine Frage des individuellen Schutzes ist, sondern auch eine grundlegende Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie.
Der Bericht von Reporter ohne Grenzen wurde am 3. Februar 2026 in Berlin veröffentlicht und soll als Grundlage für weitere Diskussionen über die Pressefreiheit in Deutschland dienen.
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